Bevor ich Johann von Hagen zu Wort kommen lasse, will ich Euch mal die politische und soziale Situation der damaligen Zeit vorstellen.

Päpste, residierten von 1309-1376 in Avignon : (Babylonisches Exil)
1306 - 1314  Klemens V.
1316 - 1334 Johannes XXII.
1334 - 1342 Benedikt XII.
1342 - 1352 Klemens VI.

Deutsche Kaiser und Könige waren:
1308 - 1313  Heinrich VII. von Luxemburg
1313 - 1346  Ludwig der Bayer
1346 - 1378  Carl IV. von Luxemburg

Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier:
1300 - 1307  Dieter von Nassau
1307 - 1354  Balduin von Luxenburg (Bruder von Heinrich VII.)
1354 - 1362  Boemund von Saarbrücken

Herzöge von Lothringen:
1259 - 1303  Friedrich III.
1303 - 1312  Theobald IV.
1312 - 1328  Friedrich IV.
1328 - 1346  Rudolf (Raoul)
1346 - 1389  Johann, anfangs unter Vormundschaft seiner Mutter Maria von Blois

Zwischen 1313 und 1348 raffte die Pest im Trierer-Land 1/3 der Bevölkerung dahin.

Den Stammbaum der Familie von Hagen und auch einiger anderen adligen Familien findet ihr unter Stammbäume.

“So Seyed gegruesset und nehmet nun kundt und zu wissen wie es mir und meiner Familie ergangen sey.

Nach dem Ende des Blieskasteler Erbfolgestreites im Jahre 1291 dehnte sich die Macht der Herzöge von Lothringen nach Norden aus.
Mein Grossvater Theoderich V. und Nikolaus I. pflegten gute Kontakte zu dem Hause Lothringen und der Grafschaft Kastel. So war 1275 mein Grossvater Richter in der Grafschaft Kastel und dessen Bruder siegelte 1303 mit dem Titel ‘justitiaris’ des Herzogs von Lothringen.

Die Streitigkeiten der letzten Jahrzehnte brachten unserer Familie starke finanzielle

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Balduin von Trier
Quelle: Koblenzer Köpfe von Schütz, Wolfgang/ Landesbibliothek in Koblenz

Verluste, so dass wir in den Ritterstand abstiegen. Aus diesem Stand gelangten wir erst um das 1725, als wir Freiherren wurden.

Aber durch geschickte Heiratspolitik hielten unterhielten wir gute Verhältnisse zum Kurfürstentum Trier wie auch zum Herzogtum Lothringen.

Da mein Grossvater und mein Grossonkel mit einem hohen Alter gesegnet waren (Theodrich V, 1250-1320; Nikolaus II. (1260-1327) und sie die Geschicke der Familie bestimmten, ist von meinem Vater Friedrich I. nur sehr wenig bekannt.

Unter dem Kurfürsten und Erzbischof von Trier, Balduin von Luxemburg, änderte sich die Politik des Kurfürstentums. Balduin war auf eine Stärkung der Territorial- und Landesherrschaft aus. Er bekam von seinem Bruder Heinrich VII. 1312 die Reichsstädte Boppard und Oberwesel, König Ludwig der Bayer erteilte ihm das ‘privilegium de non evocando’ wodurch er die gänzliche Gerichtsbarkeit erhielt.

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Burgstelle auf dem Hahn bei Lebach
Quelle: Robert SEYLER, Burgen und Schlösser im Land an der Saar.
Das alte Schloß auf dem Hahn bei Lebach, in Zeitschrift für die Saargegend 9, 1959

Um das Jahr 1323 geben wir unsere Stammburg auf dem Hahn bei Lebach auf und zogen in Burg La Motte in die Lebacher Theelaue.
 

Am 25. Januar 1323 schenkte Nikolaus II. das halbe Haus Motten seinem Neffen, Wildgraf Friedrich von Kirburg, auf Lebenszeit

Ich wurde zwischen 1300 und 1310 geboren und vermählte mich vor 1344 mit Bietzle, der Tochter des Raugrafen Ruprecht III und der Wildgräfin Susanna von Kirburg. Mit ihr bekam ich 3 Kinder; Johann II. , Thielmann II und Hebla, welche später als Nonne ins Kloster Neumünster ging.

Nach dem Tode Herzog Ferry (Friedrich) von Lothringen im April 1329 und die ungeklärte Lage der Nachfolge nutzte Balduin von Trier die Schwäche der Lothringer aus und zwang eine Ritter ihre Burgen zu öffnen. Wir wurden dadurch dem Schutz unseres Lehnsherrn beraubt.

Im Jahre 1332 mussten wir unsere ‘ Burgstadt zu der Motten bey Lebach mit usserten graben dez vorburges unser rechtlich eygen gut gewesen ist bisher ‘ dem Erzbischof zu Lehen auftragen. Dieser erlaubte uns die beschädigte Burg aufzubauen , ‘ dass sie daselbst ein steinernes Haus mit 4 Wänden bauen die Mauern ohne Kalk , nur aus Stein und Erden ausgebauet. Die Mauer darf unter der Erde 4 und über der Erde 3 Fuss dick sein’. Ein weiterer Anbau durften wir nicht errichten lassen. Woran wir uns aber nicht lange hielten.

Die vielen Konflikte mit unseren Nachbarn und dem Kurfürsten haben uns wieder finanziell so beansprucht, dass wir unsere gesamten Güter für 550 Pfund trierischer Heller der Kurfürsten verkauften mussten. Dies Güter bekamen wir als Lehnsgüter wieder zurück.

Vom Herzog von Lothringen war keine Hilfe zu erwarten, denn er war auch in Konflikt mit dem Kurfürsten geraten. Am 13. November 1334 erhielt Herzog Raoul Sierck, Launsberg, Berus, Dalem, Siersberg, Wallerfangen, Felsberg und Teile von Montclair als Lehen und musste im Gegenzug auf die Ansprüche von La Motte, Büschfeld, Schwarzenburg und St. Wendel verzichten.

Mein Vetter Nikolaus III und ich, leiteten die Geschäfte unserer Familie. In einer Urkunde von 01. Oktober 1344 legte Balduin von Trier folgende Punkte fest;
1.) Die Vettern sollen das Haus und Herrschaft Motte gemeinsam besitzen und einen Amtmann einsetzen
2.) Die Mitgift von 50 Pfund von der Ehefrau Johann I, Bietzle, die noch bei ihrer Mutter wohnt, solle in eine gemeinsame Kasse fliessen.
3.) Nikolaus wird verboten, sich ein ‘ehelich Weib zu kaufen’

Nikolaus blieb kinderlos und mein Sohn Thielmann setze die Erbfolge weiter.